Tipp des Monats November: Musik: Alan Wake (OST)

Beim letzten Tipp des Monats der Kategorie Musik, habe ich Euch ja bereits ein Album vorgestellt, dass ich gerne zum Arbeiten höre.

Da meine Playlist jedoch mehr als vierzehn Stunden beträgt, finden sich dort natürlich noch mehr Schätze, die Euch gerne vorstellen möchte.

Dieses Mal: der Soundtrack des Videospiels „Alan Wake“.

Das geniale Game selber habe ich Euch ja bereits in einem früheren Tipp des Monats empfohlen. Wer es noch nicht kennt, kann ruhig mal in meinen Posts zurückblättern und nachlesen, warum ich denke, dass man es unbedingt gespielt haben sollte.

Einer der Gründe ist zweifelsohne der tolle Soundtrack. Der finnische Komponist Petri Alanko hat düster-melancholischen Sound kreiert, der perfekt die gruselige Atmosphäre des Spiels einfängt und einem wohlige Schauer über das Rückenmark jagen lässt. Im Gegensatz zu den meisten Videogame-Soundtracks, die sich gerne elektronischer Musik oder Elektro-Klassik-Hybriden bedienen, verlässt sich Alanko dabei vollständig auf herkömmliche, klassische Instrumente, allen voran das Klavier.

Die Musik ist stimmungsvoll jedoch zu keiner Zeit aufdringlich, weshalb man sie wunderbar hören kann, wenn man sich zum Beispiel mit einem spannenden oder schaurigen Buch in seine Lieblingsecke zurückzieht, um in Ruhe zu lesen. Wenn dann auch noch draußen Nebelschwaden über gefallenes Laub und kahle Bäume ziehen und die letzten Tageslichtstrahlen alles in diffuse, unwirkliche Schatten hüllen, ist die Stimmung perfekt…

Denn genauso fühlt sich die Musik zu Alan Wake an.

Ich selbst höre das Album, wie gesagt, auch gerne zum Schreiben, weil die Musik dezent ist und dennoch meine Fantasie ganz von alleine auf Reisen schickt.
Wer es also gerne etwas düsterer mag und auf der Suche nach guter Musik zum Arbeiten oder Lesen ist, der sollte mal in den Soundtrack von Alan Wake hineinhören. Es lohnt sich!

Halloween Special: Kurzgeschichte “Clownerei”

Pünktlich zu Halloween habe ich ein ganz besonderes Schmankerl für Euch:
eine Horror-Kurzgeschichte.
Wer mal was ganz Anderes von mir lesen und sich etwas gruseln will, ist hier genau richtig!
Die Story erscheint pünktlich zum 31.10. als eBook, ist aber jetzt schon vorbestellbar…

Tipp des Monats Oktober: Videospiel: Borderlands 1 + 2 + PreSequel

Ich schreibe heute meinen ersten Tipp des Monats aus meiner neuen Wahlheimat, USA, und es ist mal wieder Zeit für ein Videospiel. Als überzeugter Geek und Gamer habe ich selbstverständlich meine Xbox360 im Gepäck mitgenommen. Die etwas größere und unhandlichere XboxOne wird von der Spedition samt Spielesammlung nachgeliefert.

Da ich also im Moment nicht in meine Sammlung gucken kann, um zu entscheiden, welches Game ich Euch diesen Monat empfehlen soll, habe ich beschlossen, über eines meiner All-Time-Favourites zu schreiben. Leider kein wirklicher Geheimtipp, aber wers noch nicht gespielt hat, sollte es dringend nachholen:

„Borderlands“

mitsamt den Fortsetzungen „Borderlands2“ und „Borderlands: The Presequel“.

 

Zwar sind die Spiele eindeutig in das Genre Shooter einzuordnen, jedoch sind sie keinesfalls vergleichbar mit so etwas, wie zum Beispiel „Call of Duty“ und Co. Borderlands ist einzigartig.

Das Game ist im Comicstyle (aka. „Cellshading“) gehalten, spielt auf dem fernen Planeten Pandora und ist in Sachen Fun kaum zu überbieten. Denn bei Borderlands ist alles ein bisschen anders. Zwar ist das Setting ein Sci-Fi-Dystopisches, doch alles in diesem Spiel ist ein wenig verrückt und Over-the-top. Die Feinde, egal ob die tierischen „Skaggs“ oder die menschlichen „Psychos“ ebenso wie die Charaktere, die man selber spielen kann. Denn auch das ist etwas Besonderes an Borderlands. Man spielt nicht einfach einen generischen Helden, sondern kann sich die Figur selbst aus vier unterschiedlichen Charakteren und Klassen auswählen, und im Laufe des Spiels leveln, wie in einem Rollenspiel. Man kann das Abenteuer also mehrmals auf ganz unterschiedliche Art erleben, je nachdem welchen Charakter man spielt, denn dann muss man auch die Taktik ändern.

Obwohl Borderlands auch für einsame Wölfe geeignet ist, macht das Spiel deutlich mehr Spaß, wenn man es mit bis zu drei weiteren Spielern gleichzeitig genießt. Das geht sowohl online als auch auf dem heimischen Sofa über Splitscreen- was mein Mann und ich ganz besonders lieben.

Borderlands2 legt in meinen Augen sogar nochmals einen drauf, was sehr ungewöhnlich ist, denn es ist selten, dass die Fortsetzung besser ist, als das Original. Es gibt noch mehr coole Waffen, noch mehr schräge Charaktere, eine bessere Story, und mit „Handsome Jack“ einen Bösewicht, bei dem man den End-Boss-Kampf kaum noch erwarten kann, so sehr wünscht man sich, dem Typen den Hintern zu versohlen – und zwar endgültig 😉

Und ich glaube, den „Gunzerker“ haben die Entwickler extra für mich erdacht. Selten hatte ich so viel Spaß, wie, als ich den verrückten Zwerg mit den Riesenwummen spielen durfte…

Das PreSequel ist zwar nicht mehr ganz so gelungen wie der zweite Teil, aber noch immer ein riesen Spaß in dem eine abgefahrene Idee die nächste jagt. Wenn man Teil 1+2 gespielt hat, sollte man sich auch das PreSequel nicht nehmen lassen. Ach ja, und Handsome Jack kommt wieder vor…

Alles in allem kann ich die Borderlands-Reihe sowohl Shooter-Fans als auch Genre-Neulingen empfehlen. Die Schwierigkeit ist, gerade wenn man im Team spielt, sehr fair und die Spiele haben für alle etwas zu bieten.

Ich selbst kann es kaum erwarten, wann der nächste Teil erscheint… dann verschwinden mein Mann und ich wieder wochenlang auf Pandora 🙂

Tipp des Monats August: Buch: „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King

Die Königskategorie bei meinem Tipp des Monats sind natürlich Bücher. Das heutige möchte ich nicht nur Stephen-King-Fans wärmstens empfehlen, sondern auch allen die mit dem Gedanken spielen, selbst mit dem Schreiben anzufangen – aber auch den Profis unserer Zunft.

„Das Leben und das Schreiben“ wird bei Amazon unter der Rubrik „Memoiren“ verkauft, doch ich finde, die Bezeichnung wird diesem Buch nicht gerecht. Zwar erzählt Stephen King darin tatsächlich im autobiographischen Stil jede Menge aus seinem Leben – zum Teil schonungslos ehrlich, jedoch versehen mit viel Selbstironie und dem für ihn typischen Humor- jedoch nimmt das nur in etwa die Hälfte des Buches ein. Die andere Hälfte widmet sich, ganz wie der Titel es verspricht, dem Schreiben.

Für mich ist Stephen King mein größtes Idol, denn ohne die Inspiration durch seine Werke hätte ich vielleicht nie mit dem Schreiben angefangen. Mit 14 habe ich ihn für mich das erste Mal entdeckt, und jetzt, fast ein viertel Jahrhundert später, lese ich ihn noch immer verdammt gerne. Er ist in meinen Augen einer der talentiertesten Schriftsteller der Gegenwart.
In diesem Buch berichtet King nun nicht nur, wie er selber schreibt und arbeitet, sondern gibt auch sehr wertvolle Tipps für Anfänger und Kollegen. Vielen Neulingen ist zum Beispiel nicht klar, dass Schreiben mehr mit Handwerk als mit reinem Talent zu tun hat, und dass der Beruf des Schriftstellers eine Menge Selbstdisziplin erfordert.
Gleichzeitig spricht mir Stephen King aus der Seele, wenn er beschreibt, wie hart – und auch zuweilen einsam- das Leben eines Schriftstellers sein kann.
Für Neulinge dürfte es zudem aufbauend sein, dass auch Stephen King nicht als Bestseller-Autor geboren wurde, sondern einen harten und steinigen Weg hinter sich bringen musste, ehe er schließlich zum Erfolg kam.
Andererseits muss man dabei natürlich auch beachten, dass King, so wie viele seiner Kollegen, das Glück haben, in den USA zu verlegen. Denn in Deutschland wäre er niemals erfolgreich gewesen. Höchstwahrscheinlich hätte man ihn nicht einmal verlegt. Ebenso wie zahlreiche andere prominente Kollegen, wie zum Beispiel George R.R. Martin. Woran das liegt? Nun, deutsche Verlage finden, Horror verkaufe sich nicht und eine Story, die auf sieben Bände mit tausenden von Seiten, dutzenden von Figuren und einer hochkomplexen einzigartigen Welt – um Gottes Willen, viel zu kompliziert!
Ein Lied von Frust und Trauer, das viele meiner Kollegen (mich eingeschlossen) teilen.

Wie dem auch sei, „Das Leben und das Schreiben“ ist ein wunderbares Buch, das auf sehr unterhaltsame Weise die Techniken des Schreibens näherbringt. Mich hat es dazu animiert, meinen ersten Roman, „Xiang“, zu schreiben, nachdem ich es (damals noch Drehbuchautorin) gelesen hatte.
Ein must-read für alle Schreiberlinge und diejenigen die es werden wollen!

Tipp des Monats Juli: Musik: Deus Ex Human Revolution (OST)

Ich werde häufig gefragt ob es bestimmte Musikrichtungen oder Alben gäbe, die mich inspirieren, oder die ich gerne zum Arbeiten höre.

Die gibt es in der Tat! Ich habe mir eine extra Playlist in meinem iTunes auf dem Laptop zusammengestellt, die aus etwa 30 Stunden Musik besteht, und die ich über Kopfhörer zum Schreiben höre. Obwohl ich privat gerne Metal, Industrial oder härteren Electro mag (The Prodigy, Combichrist und Metallica zählen zu meinen Lieblingsbands), wäre es mir unmöglich, mich bei dieser Art von Musik zu konzentrieren und kreativ zu arbeiten.

Damit meine Gedanken frei fließen können, benötige ich eine ganz spezielle Art von Musik, die ich meistens in Form von Film- oder Videospielsoundtracks finde.

Eines meiner All-Time-Favourites ist hierbei der Soundtrack von „Deus Ex: Human Revolution“ von Michael McCann.

Bereits letztes Jahr habe ich Euch in meinem Tipp des Monats das zugehörige Spiel vorgestellt. Wer es kennt, wird sofort an die einzigartigen Klänge denken, die stark zur Atmosphäre der Cyberpunk-Dystopie beitragen. Doch auch Leute, die sonst einen Bogen um Videospiele machen, sollten diesem Soundtrack eine Chance geben und zumindest mal reinhören. Denn was Michael McCann da geschaffen hat, ist in meinen Augen nicht nur einer der besten Game-Soundtracks überhaupt, sondern kann sich durchaus mit den Klängen großer Hollywood-Komponisten messen – und übertrifft sie in manchen Punkten sogar. Denn wo Hans Zimmer und Co. häufig in beliebigen Mainstream abdriften, wagt McCann es, etwas neues und originelles zu erschaffen.

Der Soundtrack mixt hochwertigen Electro-Sound mit sphärischen Klängen, die Musik spielt mit den Sinnen, ohne zu aufdringlich oder bombastisch zu sein.

Kurzum: Für mich ist der „Deus Ex: Human Revolution“ OST unglaublich inspirierend und hilft mir sehr, meine kreative Energie zu bündeln und zu Papier zu bringen. Wer gerne coole, unaufdringliche Electro-Musik mit dem gewissen Etwas zum Arbeiten hört, ist hier genau richtig!

Xiang Reloaded (Neu Aufgelegt)

Ab heute erhältlich: Frisch überarbeitet, mit neuem Cover und in neuer Auflage, mein erster Roman: “Xiang”!
Diese Geschichte ist ganz anders als meine MUC- Romane.
Kompromissloser, wilder, härter – aber, wie ich hoffe, nicht weniger spannend.
Ich freue mich sehr, wenn Ihr meinem “Frühwerk” eine Chance gebt und natürlich über Euer Feedback dazu 🙂

Tipp des Monats Juni: Videospiel: Deadly Premonition

Heute gibt es von mir mal wieder ein Videospiel als Empfehlung, und zwar ein ziemlich einzigartiges: Deadly Premonition.

Dieser absolute Geheimtipp erschien bereits 2010 und ist in meinen Augen als eine Art „Twin Peaks“ meets Asian Survival Horror zu bezeichnen – eine ebenso abgefahrene wie geniale Mischung.

Wer schon mal die Kultserie „Twin Peaks“ von David Lynch gesehen hat, weiß, dass es sehr schwer zu beschreiben ist, worum es eigentlich darin geht. Ein Mord und rätselhafte Geschehnisse in einer Kleinstadt voller Weirdos und mittendrin ein FBI-Agent mit recht unkonventionellen Methoden, triffts wohl noch am ehesten.

Genau das ist auch die Rahmenhandlung in „Deadly Premonition“. Die kleine Stadt inmitten einer Waldlandschaft könnte durchaus Twin Peaks sein, Agent Francis York Morgan könnte Agent Coopers Cousin sein und die Weirdos, die den Ort bevölkern sind mindestens genauso schräg wie im filmischen Vorbild.

Denn dass „Twin Peaks“ Vorbild für das Spiel gewesen sein muss, ist unverkennbar. Selten gab es eine so gelungene Hommage.

Wie bereits erwähnt, spielt man den FBI-Agenten Francis York Morgan, der mit Cooper seine Vorliebe für schwarzen Kaffee teilt und diesen sogar als tägliches Orakel betrachtet und anstatt ins Diktiergerät mit seinem (imaginären?) Alter Ego Zack sein weiteres Vorgehen bespricht. Eigentlich soll er nur einen Mord an einer jungen Frau aufklären, doch natürlich ist die beschauliche Kleinstadt viel mehr als sie zu sein scheint …

Und hier kommt der zweite Aspekt des Spiels zum Tragen: der Asian Survival Horror. Ähnlich wie in Klassikern alla „Silent Hill“ oder „Resident Evil“ wird man sich mit allerlei Monstern herumschlagen und etliche schweißtreibend-gruselige Situationen meistern müssen – genretypisch immer mit viel zu knapper Munition.

Die Grafik des Spiels ist selbst für 2010 wirklich schwach und das Sounddesign zum Teil haarsträubend (die Autos!), dennoch ist das Game so abgefahren und einzigartig, dass es einfach Spaß macht. Zudem schafft es durchweg eine tolle Atmosphäre und ein paar wirklich gruselige Momente!

Jetzt im Sommer an langen hellen Abenden ist „Deadly Premonition“ vielleicht nicht die richtige Wahl, aber in drei Monaten ist Herbstbeginn – mitsamt kürzer werdenden Tagen, fallenden Blättern und Wind der um die Häuser pfeift, perfekt für dieses Spiel.

In Fankreisen gilt „Deadly Premonition“ ähnlich wie „Twin Peaks“ mittlerweile als Kult und ich kann mich dieser Einschätzung nur anschließen. Wer mal was ganz Anderes sehen und erleben möchte, sollte dieser Perle eine Chance geben.

Ach ja, kleiner Tipp zum Schluss: Wie bei asiatischen Spielen üblich, ist der Schwierigkeitsgrad relativ hoch. Deswegen unbedingt so schnell wie möglich alle Sidequests abschließen, damit man die Maschinenpistole mit unendlich Munition bekommt. Anders sind spätere Gegner kaum zu meistern … Ihr werdet an meine Worte denken, wenn ihr erst mal fluchend den Controller werft 😉

Tipp des Monats Mai: Film: Soylent Green (2022… Die überleben wollen)

Soylent Green ist Menschenfleisch!“

Diesen Monat möchte ich wieder einen Film vorstellen, und zwar einen absoluten Klassiker der Dystopie, der leider – von Cineasten mal abgesehen- etwas in Vergessenheit geraten ist. Und dass, obwohl (oder weil?) er heute aktueller ist denn je.

In diesem genialen Film aus dem Jahre 1973 spielt Charlton Heston einen Cop, der in New York im Jahre 2022 den Mord an einem Industriellen aufzuklären versucht, und dabei auf eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes stößt…

Das Faszinierende – und gleichzeitig Gruselige- an dem Film ist in meinen Augen, dass er im Jahre 73 so viele Entwicklungen vorweg nimmt, mit denen wir heute bereits zu kämpfen haben, oder die vielleicht in ähnlicher Form noch kommen könnten, schließlich ist bis 2022 ja noch ein bisschen Zeit.

Die unaufhaltsame Bevölkerungsexplosion und die damit verbundene Plünderung der Ressourcen des Planeten, ist nur einer der Aspekte, die in den 70ern noch düstere Zukunftsprognosen, heutzutage jedoch bittere Realität sind.

In „Soylent Green“ ist der Mensch aufgrund seiner Menge austauschbar geworden, er hat seinen Wert als Individuum verloren. Die meisten leben in riesigen Städten, eng zusammengepfercht in winzigen Wohnungen (man beachte, dass es uns heutzutage als „Trend“ verkauft wird, in immer kleineren Wohnungen zu immer höherem Preis wohnen zu „wollen“). Nur die wenigen Reichen haben die Mittel, ihr Leben wirklich genießen zu können, der Rest arbeitet, um zu überleben. Die meisten sind so arm, dass sie sich keine normalen Nahrungsmittel leisten können, daher ernährt man sich von den sogenannten „Soylents“, die angeblich alles enthalten, was der Mensch zu Überleben braucht.

Dabei empfinden die meisten das „Soylent Green“ am Nahrhaftesten und Wohlschmeckendsten, weshalb es bei der Ausgabe regelmäßig zu Tumulten kommt, bis der Held aufdeckt, dass es sich dabei um Menschenfleisch handelt – hergestellt aus den Toten der Gesellschaft.

Schon Huxley hatte in seinem Roman „Schöne Neue Welt“ eine Gesellschaft geschildert, die so utilitaristisch ist, dass sie es als Verschwendung empfindet, ihre Toten zu beerdigen, da man doch so viele tolle Sachen aus ihrer Zellmasse herstellen kann. In „Soylent Green“ stellt man aus den Toten gleich Nahrung her und verfüttert sie an die hungrigen Massen.

Davon sind wir Gottseidank noch weit entfernt (hoffe ich), und doch gibt es eine Szene in dem Film, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ: darin stellt ein alter und kranker Mann fest, dass er eigentlich unnütz und eine Belastung ist und beschließt sich einschläfern zulassen. Das ist in der Gesellschaft Gang und Gäbe und wird so angenehm und „human“ wie möglich für den Betroffenen praktiziert.

Das hat mich schon arg an heutige Debatten erinnert, in denen gefordert wird, jeden dann sterben zu lassen, und ihm legal dabei zu helfen, wenn er es wünscht. Wie praktisch wird es doch sein, wenn alte und kranke Leute, die man nicht mehr braucht, freiwillig beschließen zu gehen … Das wäre doch zum Nutzen aller, oder nicht?

Alles in Allem ist „Soylent Green“ ein großartiger Film, der nichts von seiner Brisanz eingebüßt hat. Jeder Dystopie-Fan sollte ihn im Regal stehen haben!