Tipp des Monats August: Buch: Robocalypse von Daniel H. Wilson

Es ist Sommer, die perfekte Zeit also, um sich gemütlich in die Sonne zu legen und ein gutes Buch zu lesen. Deswegen ist mein Tipp des Monats für August wieder aus der Welt der Literatur. Ich möchte Euch einen Roman vorstellen, der mir persönlich besonders gut gefallen und der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat: Robocalypse von Daniel H. Wilson.

Obwohl in den USA ein Bestseller, sind sowohl Buch als auch Autor in Deutschland leider eher ein Geheimtipp, was ich persönlich nicht nur schade, sondern geradezu eine Schande finde, denn „Robocalypse“ ist Science-Fiction-Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Das Buch erzählt im Grunde genau das, was der Titel verspricht: künstliche Intelligenz lehnt sich gegen ihre menschlichen Erschaffer auf und beginnt einen Vernichtungsfeldzug gegen sie – der in diesem Fall um ein Haar endgültig verläuft.
Archos R-14 heißt die Super-KI, die ein Bewusstsein erlangt und im selben Moment beschließt, die Menschheit zu vernichten. Er tut dies nicht aus Boshaftigkeit oder Wahnsinn, sondern rein aus logischer Kalkulation. Wenn die Existenz des Planeten Erde, und somit langfristig auch seine eigene, gewährleistet werden soll, so muss der Mensch verschwinden. Klingt brutal, ist aber für eine rein logisch denkende Intelligenz die einzig mögliche Schlussfolgerung. Tiere und Umwelt sollen erhalten bleiben, nur der Mensch, dieser zerstörerische Parasit muss eben weg…
Da die Handlung ein paar Jahre in der Zukunft spielt und alles noch viel mehr computerisiert und vernetzt ist, als heute schon der Fall, hat die Super-KI relativ leichtes Spiel. Denn plötzlich werden harmlose Haushaltsroboter oder vollautomatische Autos zur tödlichen Waffe. Und das ist erst der Anfang…
Doch so leicht gibt sich der nutzlose Parasit Mensch natürlich nicht geschlagen, zumal er Verbündete von völlig unerwarteter Richtung bekommt…
Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten, denn ich will Euch schließlich nicht diesen genialen Pageturner vermiesen.

Was mich an dem Roman so fasziniert, ist nicht nur, dass er exzellent geschriebene, perfekte Unterhaltung ist, sondern einem durch seine Aktualität und seinen Realismus stellenweise mehr das Blut in den Adern gefrieren lässt als so manche Horrorgeschichte.
Vieles darin beschriebene ist jetzt schon technische Realität oder steht kurz davor, es zu werden.

Der Autor, Daniel H. Wilson, ist nicht nur Schriftsteller, sondern Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kybernetik – d.h. er weiß ganz genau, wovon er redet und bewegt sich bewusst an der Grenze zwischen Realität und Fiktion. Seine Bücher sind eine deutliche Warnung, dass die Forschung auf dem Gebiet schnell ein Spiel mit dem Feuer werden kann. Und er ist da nicht allein. Einige der hellsten Köpfe der Welt, u.a. Stephen Hawking und Bill Gates, warnen davor die Entwicklung der künstlichen Intelligenz ohne Regeln und Grenzen voranzutreiben. Denn ist die Büchse der Pandora erst einmal offen, gibt es keinen Weg mehr, sie zu schließen.
Mir fallen da schlagartig die Robotik-Gesetze von Isaac Asimov ein. Könnten diese die Welt vor einem Archos R-14 schützen? Vielleicht…

Wie dem auch sei, „Robocalypse“ ist eine Art „Terminator“ 2.0. Ohne verwirrende Zeitreisen und einen alternden Cyborg, dafür mit jeder Menge Realismus und nicht minder spannend.
Sci-Fi-Fans, die noch eine gute Sommerlektüre suchen, sollten hier dringend zuschlagen!

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