Tipp des Monats Dezember: Buch: „Der letzte Wunsch“ von Andrzej Sapkowski

Pünktlich zu Weihnachten ist mal wieder die Königskategorie bei meinem „Tipp des Monats“ dran, und zwar Literatur.

Dieses Mal „Der letzte Wunsch“ (bzw. die engl. Ausgabe „The Last Wish“) von Andrzej Sapkowski.

Eigentlich bin ich kein so großer Fan von Fantasy-Literatur, da mich die ewig gleichen Tolkien-Abklatsche der meisten Autoren zu Tode langweilen, aber bei zwei Schriftstellern mache ich eine Ausnahme, und das sind George R.R. Martin und Sapkowski. Nicht umsonst werden beide auch von US-Kritikern und Branchenkennern in einem Atemzug genannt. Beide haben es geschafft dem ausgenudelten Fantasy-Genre etwas völlig Neues und Einzigartiges abzugewinnen. Das mag ich sehr.

Doch während „Das Lied von Eis und Feuer“ wohl jeder kennen dürfte (Ich persönlich liebe sowohl die Bücher als auch die TV-Serie), ist die von Andrzej Sapkowski erschaffene Welt in Deutschland leider noch immer ein echter Geheimtipp.

Videospielfans dürften zumindest den von ihm erschaffenen Helden Geralt von Rivia kennen, aka den „Witcher“.

Diejenigen, die noch nie etwas von Geralt gehört haben, sollten das tunlichst ändern, denn er ist der mit Abstand coolste Held, den die Fantasy-Literatur jemals hervorgebracht hat. Während viele Fantasy-Helden weinerliche Emos oder stereotype Ritter/Recken/Paladine/Barbaren etc. pp. sind, ist der Witcher eine Art Han Solo der Fantasy, ohne Millenium Falcon, dafür mit einem silbernen Schwert, einzigartigen Mutagenen, tödlicher Präzision und einem ganz speziellen Charme ausgestattet.

Denn ein Witcher ist nichts anderes, als ein professioneller Monster-Jäger. Wenn alle Ritter/Recken/Paladine/Barbaren sich nicht mehr weitertrauen oder bereits tot sind, ruft man ihn.

„Der letzte Wunsch“ ist eine Sammlung von Erzählungen, die als Einführung in den Charakter des Witchers und Sapkowskis einzigartiger Welt dienen, bevor es dann mit „Das Blut der Elfen“ so richtig zur Sache geht und der Grundstein für ein gigantisches Epos gelegt wird, das viele Bände umfasst.

Wer gut Englisch kann, dem empfehle ich zur englischen Übersetzung „The Last Wish“ zu greifen. Andrzej Sapkowski ist Pole und bedient sich in seinen Romanen einer sehr erwachsenen Sprache. Polnische Flüche und Schimpfwörter lassen sich erfahrungsgemäß viel einfacher ins Englische als ins Deutsche übertragen, weshalb die englische Variante dem Original näherkommt als die deutsche.

Wer also noch ein Geschenk für einen lesebegeisterten Fantasyliebhaber sucht, oder sich selbst ein paar tolle Lesestunden bereiten möchte, sollte unbedingt mal Andrzej Sapkowski auf seine Liste nehmen!

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