Tipp des Monats August: Buch: „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King

Die Königskategorie bei meinem Tipp des Monats sind natürlich Bücher. Das heutige möchte ich nicht nur Stephen-King-Fans wärmstens empfehlen, sondern auch allen die mit dem Gedanken spielen, selbst mit dem Schreiben anzufangen – aber auch den Profis unserer Zunft.

„Das Leben und das Schreiben“ wird bei Amazon unter der Rubrik „Memoiren“ verkauft, doch ich finde, die Bezeichnung wird diesem Buch nicht gerecht. Zwar erzählt Stephen King darin tatsächlich im autobiographischen Stil jede Menge aus seinem Leben – zum Teil schonungslos ehrlich, jedoch versehen mit viel Selbstironie und dem für ihn typischen Humor- jedoch nimmt das nur in etwa die Hälfte des Buches ein. Die andere Hälfte widmet sich, ganz wie der Titel es verspricht, dem Schreiben.

Für mich ist Stephen King mein größtes Idol, denn ohne die Inspiration durch seine Werke hätte ich vielleicht nie mit dem Schreiben angefangen. Mit 14 habe ich ihn für mich das erste Mal entdeckt, und jetzt, fast ein viertel Jahrhundert später, lese ich ihn noch immer verdammt gerne. Er ist in meinen Augen einer der talentiertesten Schriftsteller der Gegenwart.
In diesem Buch berichtet King nun nicht nur, wie er selber schreibt und arbeitet, sondern gibt auch sehr wertvolle Tipps für Anfänger und Kollegen. Vielen Neulingen ist zum Beispiel nicht klar, dass Schreiben mehr mit Handwerk als mit reinem Talent zu tun hat, und dass der Beruf des Schriftstellers eine Menge Selbstdisziplin erfordert.
Gleichzeitig spricht mir Stephen King aus der Seele, wenn er beschreibt, wie hart – und auch zuweilen einsam- das Leben eines Schriftstellers sein kann.
Für Neulinge dürfte es zudem aufbauend sein, dass auch Stephen King nicht als Bestseller-Autor geboren wurde, sondern einen harten und steinigen Weg hinter sich bringen musste, ehe er schließlich zum Erfolg kam.
Andererseits muss man dabei natürlich auch beachten, dass King, so wie viele seiner Kollegen, das Glück haben, in den USA zu verlegen. Denn in Deutschland wäre er niemals erfolgreich gewesen. Höchstwahrscheinlich hätte man ihn nicht einmal verlegt. Ebenso wie zahlreiche andere prominente Kollegen, wie zum Beispiel George R.R. Martin. Woran das liegt? Nun, deutsche Verlage finden, Horror verkaufe sich nicht und eine Story, die auf sieben Bände mit tausenden von Seiten, dutzenden von Figuren und einer hochkomplexen einzigartigen Welt – um Gottes Willen, viel zu kompliziert!
Ein Lied von Frust und Trauer, das viele meiner Kollegen (mich eingeschlossen) teilen.

Wie dem auch sei, „Das Leben und das Schreiben“ ist ein wunderbares Buch, das auf sehr unterhaltsame Weise die Techniken des Schreibens näherbringt. Mich hat es dazu animiert, meinen ersten Roman, „Xiang“, zu schreiben, nachdem ich es (damals noch Drehbuchautorin) gelesen hatte.
Ein must-read für alle Schreiberlinge und diejenigen die es werden wollen!