Tipp des Monats Juni: Videospiel: Deadly Premonition

Heute gibt es von mir mal wieder ein Videospiel als Empfehlung, und zwar ein ziemlich einzigartiges: Deadly Premonition.

Dieser absolute Geheimtipp erschien bereits 2010 und ist in meinen Augen als eine Art „Twin Peaks“ meets Asian Survival Horror zu bezeichnen – eine ebenso abgefahrene wie geniale Mischung.

Wer schon mal die Kultserie „Twin Peaks“ von David Lynch gesehen hat, weiß, dass es sehr schwer zu beschreiben ist, worum es eigentlich darin geht. Ein Mord und rätselhafte Geschehnisse in einer Kleinstadt voller Weirdos und mittendrin ein FBI-Agent mit recht unkonventionellen Methoden, triffts wohl noch am ehesten.

Genau das ist auch die Rahmenhandlung in „Deadly Premonition“. Die kleine Stadt inmitten einer Waldlandschaft könnte durchaus Twin Peaks sein, Agent Francis York Morgan könnte Agent Coopers Cousin sein und die Weirdos, die den Ort bevölkern sind mindestens genauso schräg wie im filmischen Vorbild.

Denn dass „Twin Peaks“ Vorbild für das Spiel gewesen sein muss, ist unverkennbar. Selten gab es eine so gelungene Hommage.

Wie bereits erwähnt, spielt man den FBI-Agenten Francis York Morgan, der mit Cooper seine Vorliebe für schwarzen Kaffee teilt und diesen sogar als tägliches Orakel betrachtet und anstatt ins Diktiergerät mit seinem (imaginären?) Alter Ego Zack sein weiteres Vorgehen bespricht. Eigentlich soll er nur einen Mord an einer jungen Frau aufklären, doch natürlich ist die beschauliche Kleinstadt viel mehr als sie zu sein scheint …

Und hier kommt der zweite Aspekt des Spiels zum Tragen: der Asian Survival Horror. Ähnlich wie in Klassikern alla „Silent Hill“ oder „Resident Evil“ wird man sich mit allerlei Monstern herumschlagen und etliche schweißtreibend-gruselige Situationen meistern müssen – genretypisch immer mit viel zu knapper Munition.

Die Grafik des Spiels ist selbst für 2010 wirklich schwach und das Sounddesign zum Teil haarsträubend (die Autos!), dennoch ist das Game so abgefahren und einzigartig, dass es einfach Spaß macht. Zudem schafft es durchweg eine tolle Atmosphäre und ein paar wirklich gruselige Momente!

Jetzt im Sommer an langen hellen Abenden ist „Deadly Premonition“ vielleicht nicht die richtige Wahl, aber in drei Monaten ist Herbstbeginn – mitsamt kürzer werdenden Tagen, fallenden Blättern und Wind der um die Häuser pfeift, perfekt für dieses Spiel.

In Fankreisen gilt „Deadly Premonition“ ähnlich wie „Twin Peaks“ mittlerweile als Kult und ich kann mich dieser Einschätzung nur anschließen. Wer mal was ganz Anderes sehen und erleben möchte, sollte dieser Perle eine Chance geben.

Ach ja, kleiner Tipp zum Schluss: Wie bei asiatischen Spielen üblich, ist der Schwierigkeitsgrad relativ hoch. Deswegen unbedingt so schnell wie möglich alle Sidequests abschließen, damit man die Maschinenpistole mit unendlich Munition bekommt. Anders sind spätere Gegner kaum zu meistern … Ihr werdet an meine Worte denken, wenn ihr erst mal fluchend den Controller werft 😉