Fahrenheit 451 (Roman) – Tipp des Monats – Dezember

Diesen Monat ist wieder ein Buch dran, und ich habe mich nicht für irgendein Buch entschieden, sondern für einen der Klassiker der dystopischen Literatur: „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury.

Der Titel des 1953 in den USA erschienen Romans bezieht sich auf die Temperatur von umgerechnet 232,8°C bei der Bücher von alleine in Flammen aufgehen. Und genau darum geht es auch in der Geschichte. In einer fiktiven -und doch auf erschreckende Weise in vielerlei Hinsicht unserer heutigen Zeit im Jahre 2015 stark ähnelnden- Zukunft, ist die Feuerwehr nicht mehr dazu da, um Brände zu löschen, denn man hat mittlerweile gelernt Häuser aus feuerfestem Material zu bauen. Stattdessen rückt die Feuerwehr nur noch aus, um Bücher zu verbrennen. Diese sind in der modernen Gesellschaft nicht nur verpönt, sondern auch verboten, denn sie laden zu Muße und Nachdenken ein, und dass, wo doch das Leben eines modernen Menschen von Arbeit, Sport, Konsum und Medien definiert werden soll.

Erinnert Euch das zufällig an etwas? Mich schon … Und das war auch der Grund, warum mir, als ich das Buch kürzlich nach vielen Jahren erneut las, zuweilen eiskalt wurde – und dass obwohl ich in der Badewanne lag.

Natürlich gibt es in „Fahrenheit 451“ wie in jeder guten Dystopie einen Helden, der gegen das System aufbegehrt. Er heißt Guy Montag und ist zu Beginn der Geschichte ein Feuerwehrmann. Mehr möchte ich eigentlich gar nicht verraten.

Wer das Buch noch nicht kennt, und sich für diese Art Literatur interessiert, dem kann ich den Roman nur empfehlen.

Was mir persönlich besonders daran gefällt, ist, dass das im Roman beschriebene System im Gegensatz zu anderen bekannten Vertretern des Genres kein offensichtlich totalitäres ist. Die Menschen wollen das Leben, das sie führen, weil sie glauben, dass es das Beste für sie ist und alternativlos – wenn sie sich überhaupt die Mühe machen, sich darüber Gedanken zu machen. Auch das ist in meinen Augen eine beängstigende Parallele zur heutigen Zeit.

Bei Ray Bradbury stehen die verbrannten Bücher nicht nur für sich, sondern sind auch eine Metapher für Wissen, Freiheit des Geistes und das Menschsein an sich.

Ich fürchte, in unserer heutigen Welt, muss niemand Bücher verbrennen.

Denn wer hat schon Zeit und Lust neben Arbeit, Sport und Konsum mehr zu tun, als zombiehaft auf sein Smartphone zu starren?

 

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