Tipp des Monats Juli: Film „The Machine“

Diesen Tipp des Monats möchte ich einem Film widmen, den wohl nur die Wenigsten von Euch kennen dürften. Und ich kann nur empfehlen, das schnellstens zu ändern.

Ich selbst bin rein zufällig auf „The Machine“ (Regie: Caradog W. James) gestoßen, als der Film letztes Jahr bei Sky im Programm lief. Titel, Kurzbeschreibung und der Fakt, dass ich weder Regisseur noch Hauptdarsteller kannte, ließen mich darauf schließen, es müsse sich dabei um einen B-Movie handeln. Mit Popcorn in der Hand erwartete ich also einen stumpfsinnigen Terminator-Verschnitt.

Doch weit gefehlt! „The Machine“ ist kein B-Movie sondern ein englischer Independent Sci-Fi-Film erster Güte.

Die Story ist zwar schnell erzählt, und man könnte ihr mangelnde Originalität vorwerfen, doch die Machart des Films ist in meinen Augen sensationell.

In einer nicht allzu fernen Zukunft wird in einer geheimen Militäreinrichtung mit künstlicher Intelligenz experimentiert. Dabei entsteht das Robotermädchen Ava, deren Gehirn- und Persönlichkeitsstruktur der einer toten Wissenschaftlerin nachempfunden wird. Doch Ava möchte mehr sein als nur eine Kampfmaschine, mit fatalen Folgen für die Menschheit …

Als ich über den Film nachgeforscht habe, konnte ich kaum glauben, dass er mit einem Budget von unter einer Million Pfund realisiert wurde, also ein Low-Budget-Film ist. Die visuelle Technik die zum Einsatz kommt ist großartig und speziell die Sequenz, in der Ava entsteht, ist eine visuell bildgewaltige und wunderschöne Hommage an „Ghost in the Shell“, einen meiner absoluten Lieblingsfilme.

Auch thematisch wird das aus „Ghost in the Shell“ bekannte Thema, was einen Menschen eigentlich ausmacht, gekonnt umgesetzt. Dabei haben sich die Macher auch tatsächlich etwas völlig Neues einfallen lassen, in dem sie die mit Implantaten versehen Menschen eine eigene Sprache entwickeln lassen durch die sie schließlich zu einer völlig neuen Menschenrasse werden.

Ich habe gelesen, dass „Ghost in the Shell“ in Kürze eine Realverfilmung von Hollywood spendiert bekommt, und bin schon sehr gespannt, ob diese dann mit der Indie-Perle „The Machine“ auch nur halbwegs mithalten, und ob Scarlett Johansson in der Hauptrolle die Darstellung der fast unbekannten Caity Lotz in „The Machine“ toppen kann.

Ich würde mir wünschen, dass auch aus Deutschland mal ein so ungewöhnlicher und visuell berauschender Sci-Fi-Film kommen würde, doch da sehe ich leider schwarz. Solange können wir nur neidvoll auf die britischen Inseln blicken und dem Regisseur und der Crew von „The Machine“ viele weitere, herausragende Werke wünschen. Ich hoffe, es gibt eine Fortsetzung!

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